Kadow

Kurzgeschichte von Kadow:
(Zusammengestellt von Andrea Matischewski und Günther Peters)

Blick auf Kadow
aus Mestlin kommend

1307: Was zum Alter der Dörfer Mestlin und Ruest bemerkt wurde, gilt auch für Kadow: Das Dorf ist mit Sicherheit älter, als das Datum der Ersterwähnung es ausweist. Dieses lautet: 26. Februar 1307 - also 2007 wurde der 700. Geburtstag gefeiert...
Der Name lässt auf eine slawische Herkunft schließen. Wahrscheinlich ist er aus einem slawischen Personennamen entstanden. Dann wäre Kadow das Dorf, in dem die Leute des Kadow wohnten. Das Wort bedeutet soviel wie „Bottich“ oder „Zuber“.
Um 1700 erschien der „Hoinckhusen-Atlas“, dem auch eine Ämterbeschreibung beigefügt ist. Weder auf der Karte noch auf der Beschreibung taucht Kadow auf. Es war also wieder "verschwunden". Erst auf der Wiebekingschen Karte von 1786 erscheint Kadow als typische kleine Gutsanlage mit der Bezeichnung Dom/Hof. Daraus ist zu schließen, dass Kadow gleich als Pachthof gegründet wurde, Bauern also gar nicht erst angesiedelt wurden. 1945: Da das Gut Kadow rund 200 ha Nutzfläche hatte, fiel es 1945 sofort unter die Bodenreform. Das Land wurde neu vermessen, es entstanden Flächen für 30 Siedlungen. Diese wurden von ehemaligen Landarbeitern des Gutes, vor allem aber von Familien übernommen, die ihre Heimat im Osten Deutschlands infolge des Krieges verlassen mussten. Eine Karte über die Vermessung der Gemarkung Kadow liegt im Archiv der Gemeinde Mestlin vor und ist jederzeit zugänglich.

Lageskizze von Kadow
(zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Kadow gehörte schon immer zur Schule und Kirche in Techentin, während Mestlin zum Klosteramt Dobbertin gehörte. Die Kirchenzugehörigkeit hat sich bis heute nicht geändert, wohl aber die Schulzugehörigkeit. Seit dem Jahre 1966 gehen die Kadower Schüler nach Mestlin in die Schule, eine späte Folge des regionalpolitischen Anschlusses an Mestlin.
So wurde aus dem ehemals abgelegenen kleinen Gut Kadow ein Neusiedlerdorf mit eigener Verwaltung, bis es 1950 dem Bürgermeister von Ruest unterstellt und ein Jahr später der Gemeinde Mestlin angegliedert wurde. Die Siedler versuchten mit viel Hoffnung und großem Kraftaufwand, sich eine neue eigenständige Existenz aufzubauen. Dazu gehörte neben der Bewirtschaftung der Felder die Schaffung eines angemessenen Viehbestandes, vor allem aber für eine Reihe von ihnen der Bau eines Siedlerhauses. Das war wegen des Materialmangels ein sehr schweres Unterfangen und zog sich bis in die 50er Jahre hin. Diese wirklich großen Schwierigkeiten führten dazu, dass in einigen Fällen Siedler wieder aufgaben, Kadow verließen und andere an ihre Stelle traten.

Mit der Bildung der LPG „Neues Leben“ in Ruest und Mestlin begann auch in Kadow die Werbung für diese LPG. Dafür hatten die Kadower jedoch kein Ohr. Sie wollten ihre eben erworbene Selbstständigkeit nicht aufgeben. Doch auch hier konnten sie sich auf die Dauer der Werbung nicht verschließen. Ein großer Teil der Kadower Siedler trat relativ spät der LPG bei, einige erst unmittelbar vor dem Datum der Vollgenossenschaftlichkeit Mestlins (12.03.1960).
Im Jahre 1950 wird die Gemeindeverwaltung Kadow aufgelöst und Kadow zu einem Ortsteil von Ruest. Daraus ergeben sich keine großen Schwierigkeiten, denn Kadow ist eine sehr kleine Gemeinde. Sie liegt nur zwei Kilometer von Ruest entfernt, die Feldgrenzen liegen unmittelbar aneinander. Verwaltungskosten werden eingespart. Der unterschiedliche Charakter dürfte allerdings das Zusammenwachsen etwas gestört haben. Ruest war immerhin ein gestandenes Bauerndorf, während Kadow aus einem kleinen Gutsdorf zum Neubauerndorf mit einer Reihe von zugezogenen Bürgern geworden war. Beide Dörfer wurden am 19.01.1951 Ortsteile der Gemeinde Mestlin.

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